Eigentümerversammlung: Häufig gestellte Fragen

Wann findet die Eigentümerversammlung statt?

Die Terminierung der Eigentümerversammlung obliegt der Verwaltung. Sobald die Verwaltungsabrechnung und der Wirtschaftsplan fertiggestellt und beschlussreife Unterlagen zu allen Tagesordnungspunkten eingetroffen sind, wird die Eigentümerversammlung terminiert.

Die Eigentümerversammlung wird in der Regel außerhalb der üblichen Geschäftszeiten anberaumt, damit jedem Eigentümer eine Teilnahme möglich ist.

Wann ist die Eigentümerversammlung beschlussfähig?

Bei einer Quote von mehr als 50 Prozent der Miteigentumsanteile ist die Versammlung beschlussfähig. Sollte Ihnen die Teilnahme nicht möglich sein, können Sie die dem Einladungsschreiben beigelegte Vollmacht verwenden.

Ohne die Mindestquote kann die Eigentümerversammlung nicht durchgeführt werden; darin gefasste Beschlüsse sind nichtig.

Beachten Sie bitte, dass in der Teilungserklärung anderweitige Regelungen zur Beschlussfähigkeit getroffen werden können.

Wie oft findet die Eigentümerversammlung statt?

Die ordentliche Eigentümerversammlung findet regelmäßig einmal im Jahr statt. Sie werden von Ihrem Verwalter mit einer Ladungsfrist von zwei Wochen eingeladen.

Sollte es erforderlich sein, können auch außerordentliche Eigentümerversammlungen einberufen werden, die unter bestimmten Umständen keiner zweiwöchigen Ladungsfrist unterliegen.

Wo findet die Eigentümerversammlung statt?

Die Eigentümerversammlung findet in einer abgeschlossenen Räumlichkeit statt. Möglichst wird eine Lokalität mit einem geeigneten Nebenzimmer in Objektnähe gebucht.

Wer sind die Teilnehmer?

Neben dem Versammlungsleiter werden alle Grundbucheigentümer eingeladen und sind teilnahmeberechtigt. Die Teilnahme von Dritten (abgesehen von Übersetzer usw.) ist untersagt, es sei denn, die Eigentümergemeinschaft gestattet die Teilnahme.

Ich möchte ein bestimmtes Thema auf der Eigentümerversammlung behandeln. Was ist zu tun?

Reichen Sie uns bitte rechtzeitig vor der Versammlung Ihren Antrag ein, damit wir ihn auf der Tagesordnung berücksichtigen können. Bitte beschreiben Sie den Beschlussantrag so ausführlich wie möglich und fügen Sie ggf. eine Skizze (z.B. Beschlussantrag Aufstellen eines Gartenhäuschens) mit ein. Der Beschlussantrag wird anschließend geprüft und wenn möglich als Tagesordnungspunkt zur Einladung mit aufgenommen.

Wie werden die Beschlüsse gefasst?

Beschlüsse werden in den häufigsten Fällen per Handzeichen gefasst. Für organisatorische Beschlüsse (Beschluss über die Abrechnung oder den Wirtschaftsplan) reicht eine einfache Mehrheit, das heißt, die Mehrheit der auf der Eigentümerversammlung anwesenden Eigentümer muss dem Antrag stattgeben.

Hiervon gibt es allerdings auch abweichende Beschlusskompetenzen:

  • - Bauliche Veränderungen bedürfen Allstimmigkeit. Das heißt, dass alle Eigentümer, die von dieser Änderung beeinträchtigt sein könnten (nicht nur die im Rahmen der Eigentümerversammlung Anwesenden), diesem Beschluss zustimmen müssen.
  • Beispiel: Errichtung eines Wintergartens
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  • - Modernisierungsmaßnahmen bedürfen einer doppelt qualifizierten Mehrheit, somit müssen drei Viertel der Eigentümer (Kopfprinzip) dieser Maßnahme zustimmen, die gleichzeitig auch mindestens fünfzig Prozent der Miteigentumsanteile halten.
  • Beispiel: Aufbringung einer Fassadendämmung
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  • - Modernisierende Instandsetzungen bedürfen einer einfachen Mehrheit (§ 22 Abs. 3 i. V. m. § 21 Abs. 3 und Abs. 5 Nr. 2 WEG).
  • Beispiel: Austausch eines defekten Gasheizkessels durch ein modernes Brennwertgerät.
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In Ihrer Teilungserklärung kann zur Beschlusskompetenz eine Abweichung vereinbart sein.